Kinoprogramm im Guckguck und im Rathaussaal


Hier präsentieren wir alle Filme für den Zeitraum November und Dezember 2017 im Überblick sowie das Programmheft als PDF-Dokument zum kostenlosen Download.

Die Veranstaltungsorte & Eintrittspreise:

- Cafe "Zum Kuckuck", Linzer Straße 1, 3300 Amstetten
Eintrittspreise: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für Schüler & Studenten
Reservierung unter 07472/61456

- Rathaussaal Amstetten, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten
Eintrittspreise: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für Schüler & Studenten
Keine Reservierung möglich!

Still Life / Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit-Still Life / Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit
Still Life / Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit Zoom

Still Life / Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

Im Rahmen der Kulturwochen 2017 und in Zusammenarbeit mit dem Hospizverein Amstetten:

Mittwoch, 8. 11., 19.00 Uhr im Rathaussaal Amstetten
Regie: Uberto Pasolini, GB/I, 2013, 87 min.

John May (Eddie Marsan) ist ein netter, freundlicher und immer korrekter Beamter, und er hat einen seltsamen Beruf: Er ist Funeral Officer für die Londoner Stadtverwaltung. Das heißt, wenn jemand stirbt, der keine Hinterbliebenen hat, kümmert er sich um ein würdiges Begräbnis, selbst wenn er bei der Beerdigung der einzige Trauergast bleiben sollte. Und Mr. May übt seinen Job hingebungsvoll aus; vielleicht weil er selbst ein Einsamer ist, dessen Abende bei Toast und Thunfisch freudlos ausklingen.

Doch John Mays Sorgfalt und Respekt passen schlecht zusammen mit dem strengen Gebot der Wirtschaftlichkeit der Londoner Stadtverwaltung. Warum sich solche Mühe machen für Tote, die sowieso keiner kennt? Mays Stelle wird schließlich gestrichen, und ihm bleibt nur noch ein einziger Fall: Billy Stoke, einsam gestorben in seiner verwahrlosten Wohnung genau gegenüber von Mr. Mays penibel geordnetem Zuhause.

May stürzt sich nun mit aller Leidenschaft und Zähigkeit in diesen seinen letzten Fall. Wer war dieser Billy Stoke? Wie war sein Leben, wer waren seine Freunde, hatte er Familie?
Und tatsächlich findet May die Spuren eines Lebens, das leidenschaftlich gelebt wurde. Ist es vielleicht auch für Mr. May noch nicht zu spät, ein glücklicher Mensch zu werden?

Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit wurde mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ und mit etlichen Preisen ausgezeichnet. Es ist ein sehr bewegender und dennoch überraschend komischer Film über die Einzigartigkeit und Unwiederholbarkeit des Lebens und darüber, sich selbst das Glücklichsein erlauben zu dürfen.

Foto: Polyfilm Filmverleih

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A perfect day Zoom

A perfect day

Di., 14.11. und Mi., 15.11. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Fernando León de Aranoa, Spanien, 2015, 106 min.
 
Wenn Humor die stärkste Waffe ist: A Perfect Day erzählt vom humanitären Einsatz in einem Krisengebiet – eine Anti-Kriegskomödie nach bester Tradition.

Der Regisseur siedelt seine schwarze Komödie im Jahr 1995 irgendwo auf dem Balkan an. Seit einigen Tagen ist der Krieg zwar offiziell zu Ende, aber der Frieden noch nicht in Sicht. Im Zentrum steht eine Gruppe humanitärer Helfer, die die Zivilbevölkerung in der Region unterstützen soll. Sie werden zu einem Brunnen gerufen, in dem die Leiche eines Mannes schwimmt – im Krieg ein bewährtes Mittel, um das Trinkwasser des Gegners zu verseuchen. Der Tote sollte innerhalb der nächsten 24 Stunden geborgen werden. Es fehlt aber ein Seil, um den Körper heraufzuziehen. Und so machen sich der erfahrene Einsatzleiter Mambrú (Benicio del Toro) und sein Team auf, um das notwendige
Hilfsmittel zu besorgen.

Und es ist großartig, was uns der Film anhand der Suche nach einem einfachen Strick alles erzählt. Er taucht tief ein in den wilden Alltag und zeigt, wie die Helfer den Schutzmantel des Zynismus überwerfen, um mit den teilweise grotesken Alltagsproblemen fertig zu werden.

A Perfect Day ist ein eindringlicher Film, der auf der Buchvorlage der Ärzte-ohne-Grenzen- Aktivistin Paula Farias beruht. Ohne dass ein Schuss fällt sieht er dem Krieg in all seiner grausamen Absurdität lachend direkt ins Gesicht. (Martin Schwickert)


Foto: Polyfilm Filmverleih

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La pazza gioia / Die Überglücklichen-La pazza gioia / Die Überglücklichen
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La pazza gioia / Die Überglücklichen

Di., 21.11. und Mi., 22.11. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Paolo Virzi, Italien/Frankreich, 2016, 116 min.

Ein bisschen Verrücktheit kann nicht schaden!
Beatrice (Valeria Bruni Tedeschi) lebt in der Villa Biondi, einer hübschen psychiatrischen Einrichtung inmitten der toskanischen Landschaft. Laut eigener Angaben ist sie eine Gräfin mit George Clooneys Nummer im Handy, laut Krankenakte ist sie bipolar gestört und schon wegen allerlei Delikte verurteilt worden. Tag für Tag stolziert sie durch die malerische Anstalt und berät Patienten und Pfleger in Sachen Mode, Benehmen und Therapiepläne. Als die verschlossene und schwer depressive Donatella in die Anstalt eingewiesen wird, nimmt Beatrice sie sogleich unter ihre Fittiche.
Aber eines Tages nutzen die beiden eine Gelegenheit zur Flucht und brechen aus. Es beginnt eine Irrfahrt mit Bussen und gestohlenen Autos…

Der Regisseur hat dieses Abenteuer atemlos inszeniert und in satte Farben getaucht. Und wie so oft im Leben fließen das Tragische und das Komische ineinander. Ergebnis ist ein ebenso tiefgründiger wie lebensbejahender Film, der seinen Figuren eine Chance auf Besserung einräumt. Seine Spannung und seinen Witz gewinnt Die Überglücklichen aus den gegensätzlichen Charakteren: Auf der einen Seite die überschwängliche, despotische Adlige, auf der anderen die schwermütige, traumatisierte Versagerin. Beide wollen sich das Recht auf Lebensfreude zurückholen. Und die kurzen Momente des Glücks, die Donatella und Beatrice auf ihrer Suche nach Zufriedenheit und Würde gemeinsam erleben, machen ihnen das Dasein wieder erträglicher.

Foto: Filmgarten

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Sage femme / Ein Kuss von Beatrice-Sage femme / Ein Kuss von Beatrice
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Sage femme / Ein Kuss von Beatrice

Di., 28.11. und Mi., 29.11. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Martin Provost, Frankreich/Belgien, 2017, 117 min.

Es ist eine Geschichte von Freundschaft und Verzeihen, die der Regisseur Martin Provost hier mit vielen kleinen Momenten menschlicher Wärme erzählt. Charme und Humor des Films, der bei der Berlinale 2017 außer Konkurrenz vorgestellt wurde, entspringen besonders den Interaktionen zwischen Catherine Deneuve und Catherine Frot. Beide Schauspielerinnen brillieren mit nuancierten Darstellungen und bieten für ihre Figuren ihren ganzen darstellerischen Ehrgeiz auf.

Claire (Frot) ist alleinerziehende Mutter, hingebungsvolle Hebamme und eine sehr reservierte, pflichtbewusste Frau. Da erhält sie unverhofft einen Anruf, der unangenehme Erinnerungen wachruft: Es ist Béatrice (Deneuve), die ehemalige Geliebte von Claires verstorbenem Vater, die vor 30 Jahren von einem Tag auf den anderen verschwunden war. Béatrice ist krank und wendet sich nicht ohne Hintergedanken ausgerechnet jetzt an Claire.

Claire blockt zunächst einmal ab – zu tief sind die Wunden von einst und zu unterschiedlich sind die beiden Frauen. Denn während sie Alkohol, Fleisch und so ziemlich jeder Freude abgeschworen hat, trägt die extravagante Béatrice munter das Herz auf der Zunge, genießt das Leben und hat Spaß an pechschwarzem Humor. Dementsprechend ist das erste Wiedersehen der beiden von Startschwierigkeiten und Skepsis geprägt. Doch mit zunehmender Ehrlichkeit kommt es zu einer Annäherung, die Claire offener und Béatrice einsichtiger werden lässt ...

Foto: © Michael Crotto / Thimfilm


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El olivio / Der Olivenbaum-El olivio / Der Olivenbaum
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El olivio / Der Olivenbaum

Di., 05.12. und Mi., 06.12. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Regie: Icíar Bollaín, Deutschland/Spanien, 2016, 100 min.

El Olivo erhielt von der FBW das Prädikat „Besonders wertvoll“. Die Begründung der Jury: „El Olivo verdient jede Superlative der Filmkritik. Dies ist zweifelsohne Filmkunst, die Grenzen sprengt und mit großer Leichtigkeit der Wahrheit und Hoffnung einen neuen Raum schenkt.“

Ein Olivenbaum wird im Allgemeinen auch als Generationenbaum bezeichnet und kann über hunderte Jahre werden. So auch auf der spanischen Plantage, auf der Ramón lebt. Zusammen mit seiner Enkeltochter Alma besucht er seinen Baum häufig und erfreut sich an den über 2000 Jahre alten Wurzeln. Doch Ramóns Sohn hat andere Pläne für den Olivenbaum: Er verkauft ihn an einen Energiekonzern als Symbol für Nachhaltigkeit.

Ab diesem Zeitpunkt spricht Ramónkein einziges Wort mehr.
Jahre später, als Ramóns Zeit auf Erden langsam zur Neige geht, besucht er immer noch den Platz, auf dem der Baum früher stand. Und noch immer hat er kein Wort gesprochen. Alma ist inzwischen erwachsen und leidet mit ihrem Großvater mit; immerhin hatte auch sie eine innige Beziehung zu diesem Olivenbaum. Und so beschließt sie, eine letzte Geste für ihren Großvater zu vollbringen. Sie möchte den Baum zurückkaufen und an seinen alten Platz zurückpflanzen. Zusammen mit ihrem Arbeitskollegen Rafa und ihrem Onkel Alcachofa heckt Alma einen Plan aus, um den Olivenbaum wieder in die spanische Erde zu bringen.

Foto: Polyfilm Filmverleih

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American Dream Stories

WELTURAUFFÜHRUNG IN ANWESENHEIT DER REGISSEURE!
Im Rahmen unseres Themenschwerpunkts: „Unsere und ihre Werte – aber wer sind wir, wer sind die anderen?“

Mi., 13.12., 19.00 Uhr im Rathaussaal Amstetten

Regie: Thomas Zeller und Christine Lechner, USA/A, 2017, 80 min.
Anschließend Filmgespräch unter der Leitung von Jürgen Adelmann.
 
American Dream Stories führt mehr als 45 000km mit der Eisenbahn quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika auf der Suche nach den verbliebenen Fragmenten des amerikanischen Traums. Der Dokumentarfilm wird dabei zu einer Bestandsaufnahme einer Nation, die vor 150 Jahren das Eisenbahnnetz aufgebaut hat und sich heute infrastrukturell, wirtschaftlich und sozial am Scheideweg befindet.

Der Blick auf die USA aus dem Fenster eines Zugabteils lädt das Publikum zu einer wunderbaren Reise ein. Die Sicht auf Hinterhöfe, Industriezonen und private Gärten führt uns hinter die Fassade des Landes.

Durchbrochen werden diese Ausblicke von den Erzählungen amerikanischer Passagiere, die davon handeln, wie sehr sich ihre persönliche Situation und jene ihrer Mitmenschen in den letzten Jahren verändert hat, was die Zukunft ihrer Nation bringen wird und davon, wie sie immer noch an den amerikanischen Traum glauben.

Foto: Filmgut Thomas Zeller

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Gefördert durch die österreichische gesellschaft für politische bildung
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Tokyo Godfathers

Nur Di., 19.12., 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Satoshi Kon, Japan, 2003, 90 min.

Tokyo Godfathers ist ein mit mehreren Preisen ausgezeichneter Animationsfilm.

Ausgerechnet am Weihnachtsabend findet das Obdachlosen-Trio Gin, Hana und Miyuki mitten in einer Tokyoter Müllhalde ein Baby. Das merkwürdige Gespann – ein vermeintlicher Ex-Radrennfahrer, eine alternde Drag-Queen und eine junge Ausreißerin – begibt sich auf die Suche nach den Eltern des Kindes. Bald erkennen sie, dass sie wohl in den besseren Gegenden der Millionenmetropole fündig werden könnten. Damit nimmt eine Odyssee mit bizarren Abenteuern und seltsamen Wendungen ihren Lauf ...

Viele sehen im Animationsfilm immer noch eine Ersatztechnik für den Realfilm: Was sich mit wirklichen Schauspielern nicht verfilmen lässt, daraus macht man einen Trickfilm.“ Dies ist aber ein grundsätzlicher Denkfehler. Darüber hinaus ist Satoshi Kon ein Meister in seinem Fach, seine Geschichten sind intelligent, bis ins kleinste Detail ausgetüftelt und halten den Zuseher bis zum Schluss im Ungewissen über den Verlauf der Geschichte. Kon, der zu den wichtigsten Animationsfilmkünstlern Japans zählt, schuf mit dieser Weihnachtsgeschichte der besonderen Art ein filmisches Feuerwerk, das auch den letzten Animationsmuffel zu überzeugen vermag.

Foto: Trigonfilm

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