Kinoprogramm im Guckguck und im Rathaussaal


Hier präsentieren wir alle Filme für den Zeitraum September und Oktober 2017 im Überblick sowie das Programmheft als PDF-Dokument zum kostenlosen Download.

Die Veranstaltungsorte & Eintrittspreise:

- Cafe "Zum Kuckuck", Linzer Straße 1, 3300 Amstetten
Eintrittspreise: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für Schüler & Studenten
Reservierung unter 07472/61456

- Rathaussaal Amstetten, Rathausstraße 1, 3300 Amstetten
Eintrittspreise: € 7,- für Erwachsene, € 4,- für Schüler & Studenten
Keine Reservierung möglich!

Comme un avion / Nur Fliegen ist schöner-Comme un avion / Nur Fliegen ist schöner
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Comme un avion / Nur Fliegen ist schöner

Di., 12.09. und Mi., 13.09. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Bruno Podalydès, Frankreich, 2015, 105 min.

Michel (Bruno Podalydès), in den Fünfzigern, steckt in seiner täglichen Routine fest, und wenn er nach der Arbeit auf sein Motorrad steigt, träumt er von einem anderen Leben. Eines Tages stößt er durch Zufall auf das Foto eines Kajaks und bestellt es sofort, denn es ist Liebe auf den ersten Blick. Für einige Tage gelingt es Michel, den Kauf vor seiner Frau Rachelle (Sandrine Kiberlain) zu verheimlichen. Voller Hingabe setzt er sein Kajak Stück für Stück zusammen, häuft immer mehr Expeditionsausrüstung an und träumt vom großen Abenteuer.

Aber schließlich entdeckt seine Frau das Ausrüstungslager und macht Michels Trockenübungen ein Ende, indem sie ihn an einem Fluss aussetzt, damit er endlich aufs Wasser kommt. Doch schon bei seiner ersten Rast strandet er im Ausflugslokal der schönen Laetitia (Agnès Jaoui) und taucht ein in eine Welt, die geprägt ist von sommerlicher Unbeschwertheit, Sinnlichkeit und eisgekühltem Absinth, eine Welt, die sein Leben für immer verändern wird ...

Nur Fliegen ist schöner erzählt augenzwinkernd und mit leichter Melancholie von einer etwas anderen Midlifecrisis. Der mehrfache César-Preisträger Bruno Podalydès zauberte eine unwiderstehliche, charmante Anti-Stress-Komödie auf die Leinwand, die sommerlich leicht und gleichzeitig tiefgründig ist.

Foto: Filmladen Filmverleih

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Wolf and sheep

Di., 19.09. (OmdU) und Mi., 20.09. (OmdU), 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Shahrbanoo Sadat, DK/F/S/AFG, 2016, 86 min.
 
Man weiß gar nicht, was man mehr bewundern soll, die wilde Schönheit der Landschaft oder die zarten Beziehungen der Kinder, die mitten in ihr aufwachsen.

Ausgehend von einem Begräbnis folgt die Handlung der Wiederverheiratung einer Witwe mit einem alten Mann. Genau dafür wird deren elfjähriger Sohn Qodrat gehänselt. Es zieht ihn zu Sediqa hin, die ihrerseits von den Mädchen gemieden wird, weil sie das Böse in sich trage. Die Menschen glauben an Legenden und Mythen wie an jene des Kaschmir-Wolfs, der auf zwei Pfoten nachts das Dorf heimsucht, während in Wirklichkeit die Wölfe die Schafe reißen. Shahrbanoo Sadat ist in einem Dorf, wie sie es in ihrem ersten Spielfilm beschreibt, aufgewachsen. Das spürt man im besten Sinn, denn sie erzählt ihre Geschichte aus der Erfahrung des Lebens heraus.

„Shahrbanoo ist alles andere als gewöhnlich Sie ist eine afghanische Regisseurin, die in Kabul lebt und arbeitet. Sie dreht also Filme und gibt Regieanweisungen in einem Land, in dem Frauen so gut wie nichts zu sagen haben, und das Streben nach Selbstentfaltung lebensbedrohlich sein kann.“ (Schweizer Fernsehen SRF)

„Wolf and Sheep ist ein preisgekrönter, beeindruckender Spielfilmerstling aus Afghanistan über den ländlichen Alltag, Legenden und eine Kinderfreundschaft. Regisseurin Shahrbanoo Sadat erzählt eine fiktive Geschichte mit viel Sinn für das Realistische. Sie filmt Alltagsszenen mit ethnographischem Blick.“ (kulturtipp, Urs
Hangartner)

Foto: Trigon Filmverleih

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Suffragette - Taten statt Worte

Im Rahmen unseres neuen Themenschwerpunkts:
„UNSERE UND IHRE WERTE - ABER WER SIND WIR, WER SIND DIE ANDEREN?“

Mi., 27.09., 19.00 Uhr im Rathaussaal Amstetten
Regie: Sarah Gavron, Vereinigtes Königreich, 2015, 106 min.
Anschließend Filmgespräch unter der Leitung von Jürgen Adelmann.

Als Suffragetten (von suffrage „Wahlrecht“) bezeichnete man Anfang des 20. Jahrhunderts mehr oder weniger organisierte Frauenrechtlerinnen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten, die vor allem mit passivem Widerstand und Störungen offizieller Veranstaltungen für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten. Der Begriff war ursprünglich von der englischen Presse geprägt worden, um die Wahlrechtsaktivistinnen herabzuwürdigen, wurde von diesen jedoch erfolgreich für sich selbst vereinnahmt.

Suffragette setzt den Vorkämpferinnen für eine Gleichstellung von Mann und Frau ein Denkmal und fußt dabei auf historischen Personen: Die im Film von Meryl Streep dargestellte Emmeline Pankhurst gründete im Jahr 1903 in Großbritannien die Women’s Social and Political Union, eine bürgerliche Frauenbewegung, die in den folgenden Jahren durch öffentliche Proteste, politische Demonstrationen und Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte.

Der Film wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet und zeigt die Geschichte mutiger Frauen, die um vieles kämpften, was heute selbstverständlich ist. Im Vordergrund stehen Würde und Selbstbestimmung, sowie gerechte Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. In der Geschichte des Feminismus ist die Einführung des Wahlrechts für Frauen ein Meilenstein.

Foto: Filmladen Filmverleih

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Swiss Army Man

Di., 03.10. und Mi., 04.10. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Dan Kwan und Daniel Scheinert, USA 2016, 97 min.

Hank (Paul Dano) ist auf einer einsamen Insel gestrandet. Er ist so hoffnungslos allein, dass er sich das Leben nehmen will. Doch ein angeschwemmter, lebloser Körper hält Hank von seinem Entschluss zu sterben ab.

Was sich in der Folge in diesem Film abspielt, lässt sich am besten als Versuchsanordnung beschreiben. Zwischen Hank und dem angespülten Fremden entwickelt sich bald eine mehr als ungewöhnliche Männerfreundschaft, denn Manny (Daniel Radcliffe), wie er von Hank genannt wird, ist tot. So tot, wie man sich als Hank jemanden wünscht, der einem gerade deshalb alle Wünsche erfüllt. Und von einer solchen Wunscherfüllung, die sich zwischen Fantasie und Halluzination bewegt, erzählt Swiss Army Man. Manny steht seinem Herrn nämlich mit Leib – und ja, auch mit Seele – zu Diensten. Als bewegliche Puppe erweist er sich nicht nur als Ansprech-, sondern auch als Gesprächspartner.

Die beiden Regisseure, die beim Sundance Festival mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurden, sorgten mit diesem Film für einiges Aufsehen Der Filmtitel, der im Deutschen so viel wie „Taschenmessermann“ bedeutet, bezieht sich auf die vielen verschiedenen Funktionen, über die Manny verfügt.

Abgesehen von Mannys ständigen Flatulenzen ist Swiss Army Man eine zwar völlig abgefahrene, aber dabei dennoch wunderbar warmherzige und unbedingt entdeckenswerte Tragikomödie über Einsamkeit, Freundschaft und die menschliche Phantasie als Zufluchtsort für verlorene Seelen. (Michael Pekler)

Foto: Thimfilm


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Los Decentes / Die Liebhaberin (ab 16 Jahren!)-Los Decentes / Die Liebhaberin
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Los Decentes / Die Liebhaberin (ab 16 Jahren!)

Di., 10.10. (Regisseur anwesend!) und Mi., 11.10. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Regie: Lukas Valenta Rinner, Österreich/Argentinien/Korea, 2016, 100 min.

Belén (Iride Mockert), eine Frau aus ärmlichen Verhältnissen, tritt einen Job als Hausmädchen bei einer reichen Familie am Stadtrand von Buenos Aires an. Die für sie neue Umgebung mit den teuren Häusern und den sterilen englischen Rasenflächen ist eingerahmt von einer hohen Mauer, die sich dort als Grenzlinie zwischen Arm und Reich durchzieht, und die die Bewohner vor der Realität der Hauptstadt schützen soll.

Eines Tages entdeckt Belén auf einem ihrer Spaziergänge hinter einem schweren Eisentor ein Nudistencamp. In einer atemberaubenden Wildnis zwischen römischen Bädern, Tantrakursen und Tanzabenden feiert eine Nudistensekte hier ihre Ursprünglichkeit. Nach dem ersten Schock findet Belén immer mehr Gefallen an der freizügigen Kommune. Die Wohlanständigen im Reichenghetto machen jedoch gegen das Camp mobil. Der Konflikt zwischen ihnen und den nackten Sonnenanbetern eskaliert schließlich, befeuert ausgerechnet von der so wortkargen und passiven Belén.

Die Liebhaberin, der zweite Spielfilm des Regisseurs, wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Spezialpreis der Jury in Turin und mit dem Preis für den Besten Film bei der Diagonale. Der Film ist eine lakonische Romanze, die sich aber in eine vollkommen ungeahnte Richtung entwickelt und am Surrealen vorbei ins Groteske schrammt, ohne je ins Lächerliche abzurutschen.

Der Regisseur: „Ich finde es wichtig, Filme zu machen, die eine Diskussion darüber anstoßen, wie Körper und menschliche Beziehungen in der zeitgenössischen Gesellschaft wahrgenommen, behandelt und verhandelt werden.“

Am Dienstag, den 10. Oktober wird der Regisseur anwesend sein!


Foto: Filmgarten.at

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Giulia non esce la sera / Giulia geht abends nie aus-Giulia non esce la sera / Giulia geht abends nie aus
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Giulia non esce la sera / Giulia geht abends nie aus

Di., 17.10. (OmU) und Mi., 18.10. (OmU), 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Giuseppe Piccioni, Italien, 2009, 105 min.
 
Der Erfolg flog Bestsellerautor Guido stets zu, selbst für einen hochrangigen Literaturpreis ist er nun nominiert, obwohl er um sein Untalent weiß und die Meriten für unangemessen hält. So schlafwandelt er richtungslos durch sein Leben auf der Suche nach Inspiration, fantasiert an romantischen Geschichten herum, gelangweilt vom Luxus mit seiner entfremdeten Gattin. Als er eines Tages seine 14-jährige Tochter Constanza zum Schwimmunterricht ins Hallenbad begleitet, lernt er die faszinierende Giulia, Constanzas Schwimmlehrerin, kennen und verliebt sich in die schöne, verschlossene Frau. Als Giulia den nach Inspiration suchenden Schriftsteller vor ihrem unberechenbaren Wesen warnt, spielt er den unerschrockenen Liebhaber und gewinnt sanft ihr Vertrauen. Nur ganz allmählich wird Guido Giulias tristes Geheimnis entdecken, und es wird sein Begehren immer feuriger entflammen ...
Guido, der Schicksal spielen will, muss erkennen, dass sich die wirkliche Welt seinen Wunschphantasien nicht fügen will.

„Giuseppe Piccioni verfügt über eine Sensibilität, die nur wenige Regisseure seiner Generation besitzen, und lässt Figuren, Atmosphäre und Schauplätze harmonisch miteinander verschmelzen. Die Ebene der Realität wird von den Zweifeln, den Gedanken und der Unruhe der Protagonisten suggestiv durchkreuzt. Valeria Golino und Valerio Mastandrea verkörpern mit Intensität ein Paar, das bloß über Blicke und Schweigen miteinander kommunizieren kann.“ (Il Mattino)

Foto: Kinoweb.it - foto di Donatello Brogioni
Adams Äpfel (ab 16 Jahren!)-Adams Äpfel
Adams Äpfel Zoom

Adams Äpfel (ab 16 Jahren!)

ANLÄSSLICH 10 JAHRE FILME IM GUCKGUCK ZEIGEN WIR:

Di., 24.10. u. Mi., 25.10., 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Anders Thomas Jensen, Dänemark 2005, 94 min.

Ivan (Mads Mikkelsen) ist ein guter Mensch, ein sehr guter sogar. Er ist fast schon zu gut für diese Welt. Deshalb kümmert er sich als Dorfpfarrer in seiner abgelegenen Kirche um verlorene Seelen: kleptomanische Triebtäter, verantwortungslose Alkoholikerinnen, schießwütige Tankstellenräuber …

Sie alle danken Ivan seinen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen auf ihre eigene Weise. Doch dann taucht Adam auf, ein wortkarger Skinhead und Misanthrop, der sich durch den grenzenlosen Optimismus und die extreme Vergebungsbereitschaft Ivans herausgefordert fühlt und alles daran setzt, den Glauben des Pfarrers zu brechen. Der Kampf des Guten gegen das Böse ist somit eröffnet und hält, wie bei Anders Thomas Jensen nicht anders zu erwarten ist, tiefgründige Skurrilitäten und aberwitzige Gefechte parat.

Ebenso wie Adam seinen Widerpart Ivan in seinem Glauben an das Gute scheitern lässt, scheitert auch er selber in seiner Überzeugung vom Bösen. In einem Kräfte zehrenden Ringen um die je eigene Wahrheit müssen beide erkennen, dass es kein Absolutes gibt, sondern dass sich alles irgendwo dazwischen ansiedelt. Den Menschen dabei zusehen zu dürfen, wie sich ihr schwarzweißes Weltbild unversehens mit Farbe füllt, ist einfach wunderbar, herrlich komisch und anrührend. Die ausgefeilte Regie und das überzeugende Spiel der Darsteller garantieren für 90 Minuten lang beste Unterhaltung.

Ein Kunststück!

Foto: Filmladen Filmverleih
Ich seh Ich seh (ab 16 Jahren!)-Ich seh Ich seh
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Ich seh Ich seh (ab 16 Jahren!)

Di., 31.10., 19.30 Uhr im Guckguck
Drehbuch und Regie: Veronika Franz und Severin Fiala, Österreich, 2014, 99 min.

Vor der idyllischen Kulisse der österreichischen Berge folgt dieser mit mehreren Preisen ausgezeichnete Film einer Mutter (Susanne Wuest), die nach einer Schönheitsoperation mit in Bandagen verhülltem Gesicht zurück nach Hause zu ihren Zwillingssöhnen (Elias u. Lukas Schwarz) kommt, die ihrer Mutter nicht glauben, wer sie ist.

Der für die englischsprachige Fassung veröffentlichte Trailer erreichte 8 Millionen Aufrufe auf Youtube. Internationale Medien bezeichneten ihn als den „unheimlichsten Filmtrailer aller Zeiten“. (Bisher sind 2 Kinobesucher in Ohnmacht gefallen. Die Wiedergeburt des österreichischen Horrorfilms!)

Dazu die Regisseurin und der Regisseur des Films:

„Unser Film ist kein reiner Horrorstreifen. Aber es ist unbequem, diesen Film zu sehen. Man will hinsehen, aber gleichzeitig erträgt man es nicht, noch weiter zuzusehen. Das ist es, was wir mögen. Wir wollten einen Film machen, den wir selber gerne sehen. Es gab für diesen Film keinerlei Marketingideen. In den 80er und 90er Jahren hatte hier niemand Interesse an Horrorfilmen. Österreich präsentierte sich lieber als Land des Kunstfilms.
Alle dachten, dass Horrorfilme keine Storys hätten und voll von Klischees wären. Wir sind allerdings der Meinung, dass Horrorfilme die Gelegenheit bieten, bahnbrechende Geschichten über unsere Gesellschaft zu erzählen.
Wir mögen Filme, die die Geschichten und Charaktere ernst nehmen; Filme, die nicht nur gemacht wurden, um dir Angst einzujagen, sondern auch ernste Themen ansprechen.“

Fotos: Filmladen Filmverleih/Lotus Film

[FILMTRAILER]

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